Es ist Samstag. Zeit, Abschied zu nehmen von der verrückten, quirligen Stadt mit der wechselhaften Geschichte, den Schätzen und Wunden der Vergangenheit, den Problemen und spannenden Entwicklungen der Gegenwart … die einen schon beim Abschied auf ein nächstes Mal hoffen lässt.
Die Taschen sind gepackt, bleiben aber noch, vor Diebstahl sicher, im Flur des Apartments stehen, denn wir haben beschlossen erst am Nachmittag weiterzufahren. Bis dahin bleibt noch genug Zeit, die Basilica Santa Chiara und das dazugehörige Kloster zu besuchen, das auch italienisches Nationaldenkmal ist. Der riesige Komplex liegt an der Piazza del Gesú Nuovo, gegenüber der gleichnamigen Kirche, die wir am ersten Tag gesehen haben. Es liegt eigentlich fast um die Ecke von unserer Unterkunft, aber Google ist verwirrt angesichts der vielen kleinen sich hin und her windenden Gassen und so irren wir erst mal ein bisschen herum …
Der Komplex ist riesig, er nimmt das Gelände eines kleinen Viertels ein. Die Geschichte des Baus beginnt 1310. Inzwischen aber ist aus dem gotischen Bauwerk ein barockes geworden, die komplizierte Geschichte dazu werde ich hier nicht aufblättern. Aber eins ist sicher: Es ist beeindruckend. Hinter der Basilika erstreckt sich das gleichnamige Kloster mit Kreuzgängen, in denen noch ein Teil der ursprünglichen gotischen Wandmalereien zu sehen ist und das Museo dell`Opera, in dem Fundstücke aus der langen, wechselhaften Geschichte der Kirche und des Klosters ausgestellt sind.
1943 gab es hier einen zweitägigen Brand und man wundert sich, das überhaupt noch soviel gerettet und restauriert werden konnte. Ganz besonders schön ist der Innenhof des Klosters: Hier stehen in einem von Obstbäumen und blühenden Sträuchern bewachsenen Garten vier monumentale Kreuzgänge – nach oben offene Säulen mit blau-weiß-gelben Ornamenten. Für mich hatte dieser Innenhof eine wenig klerikale, heitere Atmosphäre. Sehr entspannend.
All das ist vor Ort beeindruckend und spannend, aber ich könnte es an dieser Stelle nicht so beschreiben, dass es der Realität gerecht würde. Es käme dann wohl eher als langweiliger und trockener Bildungsstoff rüber. Und das hat Santa Chiara nicht verdient, denn es ist wirklich schön und beeindruckend hier – man muss es einfach selbst sehen und fühlen.
Das war es dann auch schon für uns uns – es heißt Abschied nehmen von Bella Napoli! Wenn es nach mir geht, sicher nicht für immer. Es waren wunderbare Tage in dieser verrückten Stadt und ich oute mich als echter Fan. Ciao, Bella, Ciao Napoli!